Rund 90 Prozent der über 60-Jährigen in Deutschland tragen heute eine Brille (Allensbach-Brillenstudie 2024/25). Für uns ist sie selbstverständlich, dabei steckt eine über 700 Jahre lange Geschichte dahinter. Hier erfahren Sie, wer die Brille wirklich erfunden hat, wie sie sich entwickelt hat und warum moderne Gläser eine andere Pflege brauchen als früher.
Vor der Brille: Linsen und Lesesteine
Geschliffene Linsen aus Bergkristall sind schon aus der Antike bekannt, zum Beispiel die rund 2.700 Jahre alte Nimrud-Linse aus Assyrien. Ob sie zum Sehen benutzt wurde, ist allerdings umstritten. Der römische Gelehrte Plinius der Ältere berichtet, dass Kaiser Nero Gladiatorenkämpfe durch einen Smaragd betrachtete. Ob ihm das beim Sehen half oder nur die Augen schonte, weiß man nicht.
Ab etwa dem 11. Jahrhundert nutzten Mönche sogenannte Lesesteine: halbkugelförmig geschliffene Steine aus Beryll oder Bergkristall, die direkt auf die Schrift gelegt wurden und sie vergrößerten. Das war eine Lupe, aber noch keine Brille.
Wer hat die Brille erfunden?
Die erste echte Brille entstand um 1285–1290 in Norditalien, wahrscheinlich in Pisa. Den Beleg liefert der Dominikanermönch Giordano da Pisa: In einer Predigt am 23. Februar 1306 sagte er, die Kunst, Brillen herzustellen, sei noch keine 20 Jahre alt. Er habe den Erfinder selbst getroffen. Seinen Namen nannte er leider nicht.
Diese erste Brille war eine Nietbrille: zwei Sammellinsen in Fassungen aus Holz, Horn oder Metall, mit einer Niete verbunden. Sie wurde vor die Augen gehalten oder auf die Nase geklemmt und half bei Altersweitsichtigkeit.
Übrigens: Oft liest man, ein gewisser Salvino degli Armati aus Florenz habe die Brille erfunden. Diese Geschichte stammt aber aus dem 17. Jahrhundert und gilt in der Forschung als nicht belegt.
Das erste Bild einer Brille: Treviso, 1352
Die älteste bekannte Darstellung eines Brillenträgers malte Tommaso da Modena im Jahr 1352 in Treviso. Das Fresko zeigt den Kardinal Hugo von Provence beim Schreiben, mit einer Nietbrille auf der Nase.
Von der Lesebrille zur Brille für alle
- 15. Jahrhundert: Mit Zerstreuungslinsen können nun auch Kurzsichtige besser sehen. Durch den Buchdruck steigt der Bedarf an Lesebrillen stark.
- Um 1730: In London kommen Brillen mit seitlichen Bügeln auf. Die Brille hält nun von selbst.
- 19. Jahrhundert: Der Zwicker (Kneifer) wird Mode. Er wird ohne Bügel auf die Nase geklemmt.
- 20. Jahrhundert: Leichte Kunststoffgläser lösen nach und nach das schwere Glas ab, dazu kommen Entspiegelung und Hartschicht.
700 Jahre Fortschritt – aber geputzt wird oft wie früher
Die heutigen Brillengläser sind kleine Hightech-Produkte: dünn, leicht und mit mehreren hauchdünnen Schichten gegen Spiegelungen. Genau diese Schichten sind aber empfindlich. Und trotzdem wird die Brille bei vielen noch so gereinigt wie vor hundert Jahren: kurz anhauchen und mit Hemdzipfel oder Taschentuch trocken reiben. Dabei wird feiner Staub über das Glas geschoben und kann mit der Zeit feine Kratzer verursachen. Mehr dazu lesen Sie im Ratgeber Brillengläser Kratzer vermeiden: 7 Alltagsfehler.
Die moderne Lösung: BRILLOX
Mit BRILLOX reinigen Sie Ihre Brille nass statt trocken: Die Box wird mit Wasser und 3–4 Teelöffeln Spülmittel gefüllt. Sie ziehen die Brille durch die weichen Bürsten, spülen sie kurz unter klarem Wasser ab und tupfen die Tropfen mit dem Mikrofasertuch ab. Das dauert ca. 10 Sekunden. Gläser, Fassung und Nasenpads werden gleichzeitig gereinigt, Nachpolieren ist nicht nötig.
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Wie BRILLOX im Vergleich zum Ultraschallgerät abschneidet, lesen Sie im Brillenreiniger-Vergleich: Ultraschall oder Bürsten?
Häufige Fragen
Wann wurde die Brille erfunden?
Um 1285–1290 in Norditalien. Der älteste schriftliche Beleg ist eine Predigt von Giordano da Pisa aus dem Jahr 1306.
Wer hat die Brille erfunden?
Der Name des Erfinders ist nicht überliefert. Die oft genannte Geschichte von Salvino degli Armati gilt als nicht belegt.
Seit wann haben Brillen Bügel?
Brillen mit seitlichen Bügeln kamen um 1730 in London auf.
Weiterführende Informationen: Brille auf Wikipedia








